Der ursprünglich über 11 Meter hohe Hochofen wurde im Jahre 1855 von der Rudolfsthaler Eisengewerkschaft erbaut und war damals der einzige Schmelzofen nördlich der Donau. Die Errichtung des Werkes erfolgte, um Brauneisensteine mit einem durchschnittlichen Eisengehalt von etwa 35 % (mind. 15 - max. 50 %) zu verhütten, die an einigen Stellen in der Umgebung zuvor entdeckt worden waren: Voitsau und Dankholz, Koppenhof, Neusiedler Revier bei Habruck nördlich von Spitz/Donau. Der Hochofen wurde mit 7/10 Holzkohle und 3/10 luftgetrocknetem Torf gefeuert, fallweise auch mit Kohle, die aus Mährisch-Ostrau bezogen wurde. Ein Torfabbau, der möglicherweise an die Hütte geliefert hat, lag bei Gutenbrunn westlich von Ottenschlag. Ein Heißluftgebläse mit etwa 150°C (Wasseralfinger Winderhitzer mit einem wasserradangetriebenem 2-Zylinder-Gebläse) sorgte für die richtige Durchlüftung. Das flüssige Roheisen sammelte sich nicht, wie sonst üblich, im Unterteil des Ofens ("Gestell"), sondern im "Tümpel", einem davor liegenden Herd. Aus diesem wurde "Gußeisen erster Schmelzung" in Formen abgelassen (Eisenöfen, Herdplatten, Maschinenteile, Schwungräder, Grabkreuze, u.s.w.).
Die Eisenerz-Förderung aus sämtlichen zugehörigen Lagerstätten betrug beispielsweise im Jahre 1857 über 19.000 Zentner, die daraus gewonnene Menge an Roheisen über 4.000 Zentner. Die durchschnittliche Tagesleistung betrug demnach höchstens 6 - 7 Tonnen Roheisen.
Ein seit 1858 bestehender "Kupolofen" produzierte auch "Gußeisen zweiter Schmelzung". Dabei wurden erstmals auch Eisenabfälle verarbeitet. Die Herstellung von "Frischroheisen" in Stangenform zum Zwecke der Stahlerzeugung hatte nur geringe Bedeutung. Den Verkauf der Erzeugnisse besorgten die Firmen Eitel & Wagner, Schmidt und Gebrüder Gans in Wien.
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| © Andreas Thinschmidt | Stand: 24.4.2000 |